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6. NSU-Treffen in Anger

Die Hotel-Buchung via Internet klappte ausgezeichnet und war ein guter Vorbote für das Treffen. Am Donnerstag den 11. August ging es dann endlich los und unser Treffpunkt war die Autobahnraststätte in Kemptal, auf der Strecke zwischen Zürich und Winterthur. Die Reise verlief problemlos und am späten Nachmittag trafen wir mit unserer kostbaren Fracht in Anger ein. Da die Teilnehmer erst am Freitagnachmittag erwartet wurden, blieb uns genügend Zeit das stillgelegte Salzbergwerk in Hallein zu besuchen. Am Freitagmorgen kam noch Fredy (Webmaster von nsu-cars.ch) angebraust und somit war die CH-Delegation komplett. Bei strahlendem Wetter fuhren wir nach Hallein, besuchten die Salzmine und waren pünktlich wieder zurück in Anger.

Langsam füllte sich der für das Treffen reservierte Platz, doch leider unterbrachen einige „Fremdfahrzeuge“ die Aufstellung der NSU-Fahrzeuge. Aus verschiedenen Prinzen, Wankel-Spyder und RO 80 bestand das bunt gemischte Teilnehmer, sogar ein K70 war ebenfalls mit dabei.

Bis in den späten Abend wurden die Prinzen von den Besitzern gegenseitig beschnuppert und so fanden die ersten Benzingespräche ihren Anfang. Bis in den späten Abend war der unverkennbare Sound von NSU-Motoren zu hören, besonders von den „potenten“ Prinzen. Für jeden NSU-Fahrer war das Musik in den Ohren!

In der Nacht auf den Samstag machten Wolken den Himmel dicht und mit leichtem Regenfall wurden die Fahrzeuge am Morgen geduscht. Aus diesem Grund wurde der Start zur 100 km – Ausfahrt etwas verschoben, was ein kluger Entscheid war. Sporadische Regenschauer begleiteten zu Beginn die Ausfahrt, was aber der guten Stimmung nichts anhaben konnte.

Die Postenaufgaben wurden gutgelaunt erledigt und auf der Fahrt blinzelten uns Objektive hinter Büschen und aus geparkten Wagen entgegen. Die stolzen Prinzen stellten ihre Brust und präsentierten sich von ihrer besten Seite. Eine abwechslungsreiche Fahrt wurde uns angeboten und teilweise kam das Gefühl hoch, an einem Bergrennen in der Schweiz zu sein. Die Verlockung war gross, das Gaspedal durch zu treten, doch die Vernunft siegte in den meisten Fällen. Bei Halbzeit wurden wir von einem Funktionär in einen Parkplatz eingewiesen, der sich aber schon bald als zu klein erwies. Verteilt um die Gaststätte wurden auf engstem Raum die Fahrzeuge abgestellt und dank dem disziplinierten Verhalten der Fahrer gelangten alle Teilnehmer zu Messer und Gabel. Zwischenzeitlich gewann die Sonne das Kräftemessen mit den Wolken und bei gutem Wetter wurde zur Weiterfahrt aufgerufen. Die Fahrzeuge wurden für die zweite Etappe von Regentropfen befreit, die Spyderfahrer nutzten ihre Chancen und genossen das oben-ohne-Gefühl.

Vereinzelt konnte ich auch einen Kontrollblick unter die Motorhaube feststellen, doch alles schien noch in bester Ordnung zu sein. Navigationsschwierigkeiten zwangen einige Teilnehmer zu einer Zusatzschlaufe, aber schlussendlich fanden alle den Heimweg nach Anger. Da angelangt, standen bereits Verkaufsstände und der Übergang zum Handel mit Ersatzteilen war nahtlos. Es wurde eifrig gesucht, gefeilscht und viele wurden fündig, was an den zufriedenen Gesichtern zu erkennen war. So ein Teilemarkt hat etwas Unbeschreibliches an sich und ich liebe es, Leute in ihrem Element zu beobachten. Die Gebrüder Tiel waren auch auf Platz mit Ersatzteilen, speziellen Rennteilen und der mitgebrachte Brixner-Renner war ein Magnet für die ambitionierten Prinzenpiloten. Motorkühlung, Zündanlagen und Bremsverhalten waren da die zentralen Themen . . . . .

Nach dem individuellen Nachtessen begann der gemütliche Teil der Veranstaltung mit der Preisverleihung und der Abgabe einer Erinnerungstafel an jeden Teilnehmer. Die handgefertigte Erinnerungstafel kam gut an und zeigte wie viel Herzblut dahinter sein muss, um eine solche Veranstaltung auf die Beine zu stellen! Für die musikalische Auflockerung spielte ein junges Talent auf seiner Handharmonika und der Applaus trieb ihn an den Rand der Verlegenheit – eine tolle Einlage! Auf der Bühne war ein grosser Bildschirm aufgebaut und jetzt wurde gezeigt, was die Objektive am Strassenrand entlang der Strecke erhaschten. Der digitalen Technik ist dieser Höhepunkt zu verdanken und nicht zu vergessen sind die vielen Freiwilligen, die den Auslöser betätigten. Anschliessend wurde viel diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht, alte Bekanntschaften wurden gepflegt oder neue geknüpft mit dem Glas immer in Griffnähe. So soll ein NSU -Treffen ablaufen und vermittelt das Gefühl in einer grossen Familie zu sein.

Am Sonntagmorgen wurde die Prinzenschar schnell kleiner und nur der harte Kern traf sich um 10.00 Uhr zur traditionellen Weisswurst . . . Um 12.00 Uhr verabschiedeten wir uns und nahmen die 430 km lange Heimfahrt unter die Räder.

Viel zu schnell ging ein unvergessliches Wochenende in Anger zu Ende und wir freuen uns jetzt schon auf das nächste Treffen in 3 Jahren.

 

Charly Aegerter