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Internationales NSU-Treffen in Neckarsulm 2006

 

Bericht verfasst von Charly Aegerter

  Die Vorbereitung
   

Bereits im Februar reservierte ich die Hotelzimmer für meine Schweizerkollegen, um ganz sicher vor Ort untergebracht zu sein. Eine Woche vor dem Treffen schickte ich dem Hotel Post eine Erinnerung, dass wir vom 15. – 18. Juni ihre Dienstleistung in Anspruch nehmen. Die Anmeldung zum Treffen erfolgte ein Monat später im März und dann begann das Warten auf diesen Grossanlass.

Die für den Alltagsgebrauch eingebauten Königsitze, wurden durch die originalen Cord-Sitze für diesen besonderen Anlass ausgetauscht. Auch die Rückbank wurde wieder in den Originalzustand zurückgebaut und für Neckarsulm passt das originale Interieur wieder zum äusseren Erscheinungsbild von meinem Strassen- TT. Leider war das Wetter in der Vorbereitungszeit alles andere als gut und meine Testfahrten hielten sich in Grenzen. Mein grösstes Ärgernis waren aber die kreischenden Bremsen an meinem Prinz. Alle mir bekannten Bremsbeläge (mit oder ohne Asbest) schafften es nicht, dem Kreischen ein Ende zu setzen. Nach Fahrversuchen mit Abex, Textar und Ferodo war meine letzte Hoffnung die EBC- Bremsbeläge, die dann auch tatsächlich Abhilfe schafften. Es war ein Hochgenuss in die Bremsen zu steigen, ohne dass sich alle Köpfe nach meinem NSU umdrehten. Der letzte Test vor Neckarsulm war der Besuch vom offenen Oldtimertreffen auf dem Hasenstrick im Zürcher Oberland. Alles lief ohne Probleme nur auf der Heimfahrt wurde ich noch arg verregnet.

 
       
  Die Anreise  
    Am Donnerstag, kurz vor Mittag, ging unser kleiner Konvoi mit dem kostbaren Gepäck auf die Reise. Nach drei kurzen Pausen unterwegs, erreichten wir gemeinsam Neckarsulm, die Geburtsstätte unserer Fahrzeuge, und meldeten uns auf dem Nennbüro. Anschliessend telefonierte ich mit Thomas Anke, der schon am Dienstag anreiste und Platz für uns Schweizer reservierte. Die Fahrzeuge waren schnell abgeladen und auf den reservierten Platz auf dem riesigen Gelände platziert. Nachdem wir unsere Hänger auf dem speziellen Sammelplatz abgestellt hatten, begaben wir uns auf die Begrüssungsrunde. Der Empfang war herzlich und es war schön, alle meine NSU-Freunde wieder zu sehen.  
       
 

Das Treffen

 
   

Am Nennbüro erwartete mich bereits die erste Überraschung, denn der RO 80 Club aus der Schweiz hat mein Nenngeld auch bezahlt und der Organisator wollte mir das Geld zurückerstatten. Nachdem ich meinen Überweisungsbeleg vorlegte, kam Licht in das Dunkel und es war klar, dass der RO 80 Club das Geld bekommen musste. Jeder Teilnehmer bekam eine Startnummer, die ihm den freien Zugang zum Gelände ermöglichte und ihn gleichzeitig berechtigt sein Fahrzeug da abzustellen. Um die Fahrzeuge abzuladen, belagerten wir die schmale Zufahrtstrasse und Dank der Hilfsbereitschaft der vielen NSU-ler, standen alle Fahrzeuge bald da wo sie hingehörten (inkl. Trailer). Nahtlos begann das gegenseitige Beschnuppern und erstaunt war ich über das grosse Interesse am Roller, der NSU Prima D. Zustand und Farbgebung wurde gelobt und die Fotoapparate verrichteten Schwerarbeit. Der anschliessende Bummel Richtung Festzelt liess unsere Herzen höher schlagen, denn links und rechts des Weges waren die verschiedensten Fahrzeuge geparkt aus (fast) allen Herrenländern. Jetzt stand der Zimmerbezug auf dem Programm und wir fanden das Post-Hotel im Zentrum von Neckarsulm auf Anhieb. Einfach und unbürokratisch wurden die Formalitäten für den Zimmerbezug erledigt und die erfrischende Dusche weckte unsere Lebensgeister wieder. Wir fuhren mit einem Auto zurück zum Festgelände, spülten genüsslich im Festzelt mit dem ersten Bier unsere Kehlen und freuten uns auf die bevorstehende Zeit. Unbemerkt verdunkelte sich der Himmel und plötzlich setzte ein sintflutartiger Regen ein, beleitet von Blitz und Donner. Eine willkommene Abkühlung, denn es war schwül und heiss. Es dauerte nicht lange und die Gewitterwolken machten der Sonne wieder Platz und schon bald waren auch die Wege wieder trocken. Nach dem anschliessenden Nachtessen fliessen noch einige Biere unsere Kehlen hinunter und die Begrüssungen schienen kein Ende zu nehmen. Andreas Herberolt und Manfred Plessel aus Wien, lernten wir am Treffen in Anger 2005 kennen und an Gesprächsstoff fehlte es uns nicht. Mit unterschiedlich schweren Zungen verliessen wir das Festzelt, denn am Freitag wollten wir frühzeitig auf dem Teilemarkt anwesend sein. Kurz und intensiv wurde geschlafen und die Sonne kündigte einen prächtigen Tag an. Auf der Anfahrt zum Festgelände klingelte mein Handy und Paul Hess aus der Schweiz kündete mir seine Anwesenheit an. Auf dem Festgelände trennten wir uns, da jeder seine eigenen Bedürfnisse an Teilen hatte, denn um 14:00 Uhr stand der nächste Termin: Besuch bei Roland Gamperling. Die Kaufwut hielt sich in Grenzen und als alles verstaut war fuhren mit etwas Verspätung Richtung Neuenstadt. Wir waren nicht die Einzigen, die diese Gelegenheit nutzten, bei Roland kurz vorbei zu schauen. Nach 2 Stunden fuhren wir mit vielen neuen Eindrücken zurück nach Neckarsulm, denn dort stand um 17:00 Uhr das Forumtreffen im Festzelt auf dem Programm. Leider fanden sich nur sehr wenige ein und dennoch mangelte es nicht an Gesprächsstoff. Zu fortgeschrittener Stunde pilgerte der „harte Kern“ Richtung Robin Podak, der Geburtstag hatte. Robin zog aber das Bett der Geburtstagsfeier vor und lag schon flach als wir da ankamen. Trotz fehlendem Geburtstagskind feierten wir bis weit nach Mitternacht mit Witz und Trank. Anderntags meinte Fredy, dass eines der 30 Biere von gestern nicht gut gewesen sein musste . . . . .

Am Samstag liessen die potenten NSU's ihre Muskeln spielen und eine „Probefahrt“ löste die andere ab. Am Nachmittag stand der Höhepunkt eines Treffens auf dem Programm; die Ausfahrt mit einem Gruppenfoto. Mit der Fahrerbesprechung um 12:00 Uhr begann dieses Spektakel im Festzelt. Anschliessend begaben sich die Teilnehmer zum Besammlungspunkt ausserhalb des Festgeländes und reihten sich „Typengerecht“ ein. Die Sonne heizte den Prinzen ordentlich ein und viele „flüchteten“ ins Freie. Endlich setzte sich der NSU-Konvoi in Bewegung und wir fuhren durch eine herrliche Landschaft, flankiert von Rebhügeln, dem Treffpunkt entgegen. Die Fahrt war perfekt organisiert, denn überall stand die Polizei und sorgte für eine freie Durchfahrt, egal ob die Ampeln auf grün oder rot standen. Nach ca. 1.5 Stunden war das Ziel erreicht und wir wurden zum Fotoshooting eingewiesen. Der anwesende Getränkewagen machte die Wartezeit erträglicher in dieser Hitze, denn um 15:30 Uhr wurde der Helikopter (mit Fotograf) angekündigt. Es stand jedem Teilnehmer frei, sich neben sein Fahrzeug zu stellen. Das klopfende Geräusch kündete den „Ozonquirl“ an, der dann über der Prinzenschar kreiste für die idealste Aufnahmeposition. Als der Helikopter abdrehte, wurde via Megaphon zur Weiterfahrt aufgerufen und die Fahrzeugordnung innerhalb des Konvois war jetzt jedem klar. Plötzlich stockte die Fahrt vor einem Tunnel und das konnte nur eines bedeuten: in kleinen Gruppen durch das Tunnel brettern! Einfach geil – und das unter Obhut der Polizei. Um ca. 17:30 Uhr waren wir wieder zurück auf dem Festgelände und die Benzin-Gespräche hatten neue Nahrung. Am Abend im Festzelt wurde dann noch kräftig das Tanzbein geschwungen zu Melodien aus der alten Zeit und so wurde dieser ereignisreiche Tag würdevoll abgerundet. Ein unvergessliches Erlebnis!!

All diejenigen die nicht dabei waren, mögen diese Zeilen beweisen was sie verpasst haben und die Anderen können das Treffen nochmals Revue passieren lassen. Ich hoffe, dass alle eine unfallfreie Heimfahrt hatten und sage nur: bis zum nächsten Mal!

Gruss, Charly Aegerter